Wie errichte ich ein formell wirksames Testament?

 

Da unsere Mandanten „in die Jahre gekommen sind“ stellt sich für viele das Problem der Testamentserrichtung. In folgenden gehe ich darauf ein, wie ein Testament formell richtig errichtet werden kann. Hier werden immer wieder Fehler gemacht. Nach den Verlautbarungen in der Presse, hat ein in München verstorbener bekannter Schauspieler ein unwirksames Testament errichtet, weil er es nicht handschriftlich abgefasst hat sondern mit Schreibmaschine. Ein solches ist unwirksam, worauf wir im Folgenden näher eingehen werden.

Nach § 2331 kann ein Testament in ordentlicher Form errichtet werden:

  1. Zur Niederschrift eines Notars
  2. Durch eine vom Erblasser nach § 2247 abgegebene Erklärung.

Ich gehe zunächst auf Ziffer 2 ein.

Nach § 2247 kann der Erblasser ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten. Durch das Gebot der Handschriftlichkeit ergibt sich, dass z.B. eins mit Schreibmaschine geschriebenes Testament in der Gänze unwirksam ist.

Für ein ordentliches Testament ist zwingend vorgeschrieben:

  1. die Handschriftlichkeit,
  2. die Unterschrift.

Weiterhin soll in der Erklärung angegeben werden, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Ort er unterschrieben hat. Durch die Formulierung “soll“ ergibt sich, dass ein Testament, das nicht Tag, Monat und Jahr enthält, nicht grundsätzlich unwirksam ist.

Allerdings sollte man diese Vorschriften unbedingt einhalten, da nach § 2247 BGB folgendes gilt:

Enthält ein nach Absatz 1 errichtetes Testament keine Angabe über die Zeit der Errichtung und ergeben sich hieraus Zweifel über seine Gültigkeit, so ist das Testament nur dann als gültig anzusehen, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit der Errichtung anderweit treffen lassen. Dasselbe gilt entsprechend für ein Testament, das keine Angabe über den Ort der Errichtung enthält.

Ein eigenhändig geschriebenes Testament sollte daher unbedingt auch das genaue Datum enthalten und den Ort.

Weiterhin sollte die Unterschrift den Vornamen und den Familienname des Erblassers enthalten.

Bei Eheleuten besteht die Möglichkeit, nach § 2267 BGB ein gemeinschaftliches eigenhändiges Testament zu errichten, was in formeller Hinsicht eine Erleichterung enthält.

Zur Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments nach § 2247 genügt es, wenn einer der Ehegatten das Testament in der dort vorgeschriebenen Form errichtet und der andere Ehegatte die gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mit unterzeichnet.

Der mit Unterzeichnende Ehegatte soll hierbei angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Ort er seine Unterschrift beigefügt hat. Es sollten also beide Ehegatten getrennt mit Ort und Datum unterschreiben.

Als weitere Möglichkeit ergibt sich nach §2223 BGB, ein notarielles Testament zu errichten.

Zur Niederschrift eines Notars wird ein Testament errichtet, indem der Erblasser dem Notar seinen letzten Willen erklärt oder ihm eine Schrift mit der Erklärung übergibt, dass die Schrift seinen letzten Willen enthalte. Der Erblasser kann die Schrift offen oder verschlossen übergeben, sie braucht nicht von ihm geschrieben zu sein.

Ein solches notarielles Testament wird sich empfehlen, wenn der Erblasser gegebenenfalls aufgrund von Gebrechlichkeit selbst nicht mehr schreiben kann und damit dem Notar seinen letzten Willen erklären kann.

 

Mitgeteilt von

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht

Jörg Fröhling, Hellweg 13, 59597 Erwitte

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